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LokalesWuppertalStadtleben
3. Mai 2009 - 19:36 Uhr
Auf Zeitreise mit „dem Rick“
Premiere: Zum vierten Mal spielte „der Rick“ im Talort auf. Diesmal ging’s um Geschichte.
 
 

Wuppertal. Der Rick durfte sich bereits in drei Fällen als „Talort“-Kommissar bewähren und zeigen, dass er unbedingt in einem Atemzug mit Sam Spade und Inspektor Clouseau zu nennen ist. Jetzt hatte er eine besonders harte Nuss zu knacken – er musste mal eben die Geschichte um die Namensgebung seiner Heimatstadt korrigieren.

Bis auf den letzten Platz belegt war Martina Steimers Forum Rex zur Premiere am Samstag. Das genreübergreifende Format „Talort“ und seine Darsteller haben jede Menge Freunde.
Sie alle ließen sich begeistert auf das witzige Stück um eine Zeitreise ein. Die Idee ist nicht neu, Cineasten erinnern sich an Michael J. Fox in der „Zurück in die Zukunft“-Trilogie.

Zur Melodie von „I was made for loving you“ schmetterte das wunderbar spielende Ensemble „80 Jahre Wuppertal, Leute / All’ das wäre ohne Rick heute anders / Überlegt doch mal“.

Aber die Talörtler haben sie charmant und witzig wiederbelebt. Wie bei „Zurück in. . .“, spielt auch im 4. Talort das Rathaus die Hauptrolle. Dort will der Rick (Stefan Otto) eigentlich bloß seine Lizenz als Privatdetektiv verlängern lassen. Beim Anblick des Paternosters fällt ihm nicht nur eine alte Schulliebe ein, die einst spurlos verschwand, er trifft auch auf einen Zeitreisenden.

Bühnennebel umhüllt das Geschehen, sphärische Klänge erschallen. Und als der Rick anschließend in Gittis (Iris Panknin) Bar einen Drink stemmen möchte, ist nichts mehr wie vorher. Dass er plötzlich wieder bei Mutti (Marcia Golgowsky) wohnt, ist schlimm genug. Vor allem aber muss er einen wilden Wichlinghauser daran hindern, den Innenminister zu ermorden. Denn es geht um nicht weniger als die Zusammenführung der beiden Stadtteile Elberfeld und Barmen, schreibt man doch das Jahr 1929.

Cronenberg ist ebenso wie Solingen ein Stadtteil Elberfingens, wo übrigens RME Streuf Bürgermeister ist, und weitere hübsche Sottissen im Stile von „Herein, wenn’s kein Schwelmer ist“ gefielen. Wie immer wurde nicht allein auf der Bühne gespielt. Filmeinspieler boten weitere Aktion, und ein Talort wäre kein Talort, setzte nicht „Die Bande“ musikalische Glanzlichter. Gitarrist Thomas Bachmann, Bassist Matthias Bangert, Pianist Burkhard Heßler, Posaunistin Birgit Pardun und Schlagzeuger Björn Krüger als musikalischer Motor intonierten Pop-Klassiker mit bergischem Kontext. Und weil bekanntermaßen auf den Rick Verlass ist, ist am Ende alles gut.
 

Regie: 4 von 5 Punkten

Bühne:  4 von 5 Punkten

Ensemble: 5 von 5 Punkten

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